Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) ist in Deutschland ein breit aufgestellter Markt. Die Unternehmen arbeiten für private Haushalte, Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Wohnungsunternehmen sowie Industrie- und Gewerbebetriebe. Die Verteilung der Aufträge zeigt dabei deutlich, welche Kundengruppen für die Branche wirtschaftlich besonders wichtig sind.
Die aktuellste vollständige Branchenstatistik des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) liegt für das Geschäftsjahr 2025 vor. Danach erzielte die Branche einen nominalen Gesamtumsatz von 11,11 Milliarden Euro. Für 2026 liegen bereits aktuelle Marktinformationen vor, eine vollständige Umsatzverteilung für das gesamte Jahr 2026 kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht ausgewiesen werden.
GaLaBau Auftragsverteilung 2026: Statistik-Tabelle
Die folgende Tabelle basiert auf den aktuellsten verfügbaren BGL-Daten für 2025 und dient damit als Referenz für die Marktstruktur 2026.
| Auftraggeber | Umsatzanteil 2025 | Umsatz 2025 |
|---|---|---|
| Privatgarten | 56,87 % | 6,32 Mrd. € |
| Öffentliche Hand | 21,23 % | ca. 2,36 Mrd. € |
| Wohnungsbau | ca. 8,9 % | ca. 0,99 Mrd. € |
| Industrie/Gewerbe | ca. 6,0 % | ca. 0,67 Mrd. € |
| Generalunternehmen | ca. 3,8 % | ca. 0,42 Mrd. € |
| Sonstige | ca. 3,2 % | ca. 0,35 Mrd. € |
| Gesamt | 100 % | 11,11 Mrd. € |
Die Einzelwerte für die kleineren Segmente ergeben sich aus der veröffentlichten Umsatzverteilung nach Auftraggebern. Der BGL weist ausdrücklich darauf hin, dass öffentliche Aufträge, Wohnungsbau, Industrie, Generalunternehmen und sonstige Auftraggeber zusammen rund 43 Prozent des Branchenumsatzes ausmachen.
Privatgärten bleiben größtes Auftragssegment
Mit 56,87 Prozent entfällt mehr als die Hälfte des gesamten GaLaBau-Umsatzes auf den Privatgarten. 2025 wurden in diesem Bereich rund 6,32 Milliarden Euro umgesetzt.
Damit bleibt der Privatgarten das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Branche. Gleichzeitig zeigt die langfristige Entwicklung, dass sich die Marktstruktur verändert. Laut BGL ist der Anteil des Privatgartens seit 2022 rückläufig, während insbesondere öffentliche Aufträge an Bedeutung gewinnen.
Für GaLaBau-Betriebe umfasst der Privatkundenmarkt unter anderem Gartenneuanlagen, Umgestaltungen, Terrassen, Wege, Pflanzungen, Rasenflächen, Sichtschutz, Bewässerungsanlagen und die regelmäßige Gartenpflege.
Öffentliche Hand mit mehr als einem Fünftel
Aufträge der öffentlichen Hand kamen 2025 auf einen Umsatzanteil von 21,23 Prozent. Damit ist der öffentliche Bereich nach dem Privatgarten das zweitgrößte Auftraggebersegment.
Kommunen und andere öffentliche Auftraggeber vergeben beispielsweise Arbeiten für Parks, Grünanlagen, Straßenbegleitgrün, Spielplätze, Schulhöfe, Sportanlagen und klimaangepasste Freiräume.
Die zunehmende Bedeutung von Klimaanpassung und urbanem Grün kann für den GaLaBau langfristig zusätzliche Nachfrage schaffen. Gleichzeitig sind kommunale Haushalte vielerorts angespannt. Aktuelle Branchenbefragungen zeigen deshalb ein differenziertes Bild bei öffentlichen Aufträgen.
Wohnungsbau als wichtiger Markt
Der Wohnungsbau gehört ebenfalls zu den relevanten Auftraggebergruppen. GaLaBau-Unternehmen übernehmen hier beispielsweise die Gestaltung von Außenanlagen bei Mehrfamilienhäusern, Wohnquartieren und größeren Neubauprojekten.
Dazu gehören Grünflächen, Wege, Spielbereiche, Aufenthaltsflächen, Begrünungen und teilweise auch Dach- oder Innenhofgestaltungen.
Der BGL beobachtet allerdings seit einigen Jahren einen rückläufigen Anteil des Wohnungsbaus. Im Branchenreport wird unter anderem die Krise im Wohnungsbau als Grund dafür genannt. Auch der Rückgang beim privaten Einfamilienhausbau wirkt sich auf das Marktsegment aus.
Industrie und Gewerbebetriebe
Industrie- und Gewerbeunternehmen stellen einen weiteren Teil des GaLaBau-Marktes dar. Gewerbliche Außenanlagen können von repräsentativen Eingangsbereichen und Mitarbeitergärten bis zu Parkplatzbegrünungen, Grünflächen und nachhaltigen Freiraumkonzepten reichen.
Der Anteil der Industrie lag 2025 nach der BGL-Umsatzgrafik bei rund sechs Prozent. Zusammen mit Generalunternehmen und weiteren Auftraggebern ergibt sich ein relevanter Teil des Marktes außerhalb des klassischen Privatgartens.
Für Unternehmen gewinnt die Gestaltung von Außenflächen auch im Zusammenhang mit Arbeitgeberattraktivität, Nachhaltigkeit und dem Erscheinungsbild des Unternehmens an Bedeutung. Gleichzeitig wirken sich die schwache Konjunktur und Investitionszurückhaltung auf gewerbliche Projekte aus.
Entwicklung der Auftraggeberstruktur
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Gewichte langsam verschieben.
2024 lag der Privatgarten laut BGL bei rund 57 Prozent des Umsatzes. Öffentliche Aufträge, Wohnungsbau, Industrie und weitere Segmente kamen zusammen auf rund 43 Prozent.
Die detailliertere Statistik für 2024 weist folgende Umsatzanteile aus:
| Auftraggeber | Umsatzanteil 2024 |
|---|---|
| Privat | 56,58 % |
| Öffentlich | 20,14 % |
| Wohnungsbau | 10,10 % |
| Industrie | 5,99 % |
| Generalunternehmen | 3,92 % |
| Sonstige | 3,27 % |
Damit zeigt sich zwischen 2024 und 2025 vor allem eine hohe Stabilität beim Privatgarten. Gleichzeitig stieg der Anteil öffentlicher Aufträge. Der Wohnungsbau bleibt dagegen durch die schwierige Baukonjunktur unter Druck.
Was verändert sich 2026?
Für 2026 sind mehrere Entwicklungen für die Auftragsverteilung des GaLaBaus relevant. Einerseits könnten Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Freiräume für zusätzliche Aufträge sorgen. Andererseits bleiben Bauwirtschaft, Materialkosten, Personalkosten und kommunale Haushalte wichtige Unsicherheitsfaktoren.
Eine BGL-Herbstumfrage unter 668 Mitgliedsbetrieben zeigte bereits Ende 2025 eine weitgehend stabile Auftragssituation. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass geplante Infrastrukturinvestitionen und der sogenannte Bau-Turbo 2026 wichtige Impulse liefern könnten.
Aktuellere Brancheninformationen bestätigen eine grundsätzlich stabile Auftragslage, weisen aber gleichzeitig auf begrenzte Wachstumsimpulse hin. Gerade im öffentlichen Bereich werden sowohl rückläufige als auch steigende Auftragsvolumina beobachtet.
Fazit: Privatkunden dominieren, öffentliche Aufträge gewinnen an Bedeutung
Die GaLaBau-Auftragsverteilung in Deutschland wird weiterhin eindeutig vom Privatgarten geprägt. Mit 56,87 Prozent entfiel 2025 mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes auf dieses Segment.
Die öffentliche Hand folgt mit 21,23 Prozent und gewinnt insbesondere durch Klimaanpassung, Stadtgrün und die Gestaltung öffentlicher Freiräume an strategischer Bedeutung. Wohnungsbau, Industrie, Gewerbe, Generalunternehmen und sonstige Auftraggeber bilden zusammen einen weiteren großen Marktbereich.
Für 2026 ist deshalb weniger mit einer grundlegenden Veränderung der Marktstruktur als mit einer schrittweisen Verschiebung innerhalb der einzelnen Segmente zu rechnen. Eine endgültige GaLaBau-Statistik zur Auftragsverteilung 2026 wird erst nach Abschluss und Auswertung des Geschäftsjahres vorliegen.
