Nicht alle Gartenpflanzen brauchen ein Winterquartier. Viele Arten sind winterhart und trotzen Frost und Schnee ohne Probleme. Wer seinen Garten auch in der kalten Jahreszeit grün und lebendig halten möchte, kann auf diese robusten Gewächse setzen.
1. Immergrüne Gehölze
- Buchsbaum, Eibe, Liguster: Bleiben das ganze Jahr über grün und sind frostbeständig.
- Rhododendron und Kirschlorbeer: Vertragen Minusgrade und bieten auch im Winter Sichtschutz.
2. Ziergräser
- Pampasgras, Chinaschilf, Blauschwingel: Halmen Struktur und Bewegung, selbst wenn sie von Reif überzogen sind.
- Tipp: Im Herbst nur zusammenbinden, erst im Frühjahr zurückschneiden.
3. Winterharte Stauden
- Fetthenne (Sedum), Purpursonnenhut, Aster: Überstehen Frost, treiben im Frühjahr neu aus.
- Christrose (Helleborus): Blüht sogar mitten im Winter.
4. Obst- und Beerensträucher
- Apfel, Birne, Himbeere, Johannisbeere: Gut an unser Klima angepasst, brauchen keinen Winterschutz außer bei extremem Frost.
- Junge Sträucher profitieren von einer Laub- oder Mulchschicht.
5. Kräuter
- Thymian, Salbei, Schnittlauch, Minze: Mehrjährig und winterhart, teilweise mit leichtem Frostschutz aus Reisig oder Laub.
- Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Lavendel sind je nach Sorte nur bedingt winterhart und brauchen ggf. Vlies.
6. Balkon- und Kübelpflanzen (besonders robuste Sorten)
- Skimmie, Scheinbeere, Purpurglöckchen: Überstehen Frost im Topf, wenn der Wurzelballen mit Vlies oder Jutesack isoliert wird.
Tipps für den Winter
- Mulchen: Eine Schicht aus Rindenmulch oder Laub schützt Wurzeln vor Kälte.
- Gießen an frostfreien Tagen: Immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser.
Überwintern – So kommen Pflanzen gut durch die kalte Jahreszeit
Wenn die Temperaturen sinken, brauchen viele Garten- und Zimmerpflanzen besondere Pflege, um gesund ins nächste Frühjahr zu starten. „Überwintern“ bedeutet, Pflanzen während der kalten Monate zu schützen oder in ein geeignetes Winterquartier zu bringen.
1. Vorbereitungen im Herbst
- Gesunde Pflanzen auswählen: Nur kräftige Exemplare ohne Schädlinge oder Pilzbefall überwintern.
- Rückschnitt: Welke Blätter und lange Triebe entfernen, damit sich die Pflanze auf ihre Wurzeln konzentrieren kann.
- Umtopfen (bei Bedarf): Vor dem Einräumen in frische Erde setzen, wenn der Topf stark durchwurzelt ist.
2. Passendes Winterquartier
- Kühle Temperaturen: Viele Kübelpflanzen wie Olivenbäume oder Zitrusgewächse mögen 5–10 °C und einen hellen Platz, z. B. im Wintergarten oder Treppenhaus.
- Frostschutz für draußen: Mehrjährige Stauden oder Rosen im Beet mit Laub, Mulch oder Vlies abdecken, um die Wurzeln zu schützen.
- Zimmerpflanzen: Lichtreiche Fensterplätze wählen, da das Tageslicht im Winter schwach ist.
3. Gießen und Düngen
- Weniger Wasser: Die meisten Pflanzen benötigen im Winter deutlich weniger Feuchtigkeit. Staunässe vermeiden.
- Kein Dünger: Erst wieder ab dem Frühjahr düngen, wenn das Wachstum einsetzt.
4. Kontrolle während des Winters
- Regelmäßig auf Schädlinge wie Spinnmilben oder Schildläuse achten.
- Abgestorbene Blätter sofort entfernen, um Schimmel vorzubeugen.
5. Auswintern im Frühjahr
- Ab März/April langsam an mehr Licht und Außentemperaturen gewöhnen.
- Bei frostfreien Nächten zunächst stundenweise ins Freie stellen (abhärten), bevor sie dauerhaft draußen bleiben.
Fazit:
Winterharte Stauden, immergrüne Gehölze und robuste Kräuter halten den Garten auch in der kalten Jahreszeit attraktiv – ganz ohne aufwendiges Überwintern im Haus. Wer standortgerechte, winterharte Sorten wählt, kann sich Jahr für Jahr über ein lebendiges, frostfestes Gartenbild freuen.
Richtiges Überwintern schützt empfindliche Pflanzen vor Frost und Lichtmangel. Mit einem passenden Standort, sparsamer Pflege und regelmäßiger Kontrolle starten sie gesund und kräftig in die neue Gartensaison.