Kleingärten (auch Schrebergärten genannt) spielen in Deutschland eine wichtige Rolle für Erholung, Freizeit, Ernährung und Biodiversität. Sie sind Teil der grünen Infrastruktur in Städten und Gemeinden.
Anzahl der Kleingärten in Deutschland
- Deutschlandweit gibt es etwa 1,0–1,1 Millionen Kleingärten (Stand 2024). (BdB 2024)
- Diese Gärten sind auf rund 45.000–50.000 Kleingartenanlagen verteilt.
- Die meisten Anlagen befinden sich in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt, da dort öffentliche Grünflächen knapp sind.
Mitglieder und Pächter
- Rund 1,4–1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland in Kleingartenvereinen Mitglied. (BdB 2024)
- Durchschnittlich 1–2 Personen pro Garten bewirtschaften die Parzellen, in städtischen Regionen oft Familien mit Kindern.
- Etwa 70 % der Pächter sind Rentner oder ältere Erwachsene, die Kleingärten auch für Erholung und Gemeinschaft nutzen.
Flächen und Größe der Gärten
- Die durchschnittliche Größe eines Kleingartens beträgt etwa 250–400 m², abhängig von der Region und der Anlage.
- Die Gesamtfläche aller Kleingärten in Deutschland liegt bei rund 45.000 Hektar, also etwa 450 km².
- In Großstädten sind die Gärten tendenziell kleiner, während ländliche Anlagen oft größer sind. (BdB 2024)
Nutzung und Bedeutung
Erholung und Freizeit
- Kleingärten dienen vor allem der Erholung, insbesondere in städtischen Gebieten.
- Rund 80 % der Gärten werden für Freizeit und Erholung genutzt, während etwa 20 % zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse dienen.
Ernährung
- Gemüse- und Obstanbau: Typische Produkte sind Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Erdbeeren und Äpfel.
- Durchschnittliche Selbstversorgung liegt bei ca. 150–250 kg Gemüse pro Garten und Jahr, abhängig von Größe, Pflege und Region.
Biodiversität
- Kleingärten sind ein wichtiger Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere.
- Etwa 60 % der Anlagen legen inzwischen blühende Beete, Streuobstwiesen oder naturnahe Elemente an, um Biodiversität zu fördern. (naturschutzbund.de)
Trends und Entwicklungen
- Nachfrage steigt: Vor allem in Großstädten ist die Nachfrage nach Kleingärten größer als das Angebot.
- Wartelisten: In Metropolen müssen Interessenten teilweise 10–15 Jahre warten, um einen Garten zu bekommen.
- Verjüngung der Mitglieder: Es gibt einen leichten Trend, dass jüngere Familien und Berufstätige Kleingärten nutzen.
- Digitalisierung: Immer mehr Vereine nutzen digitale Verwaltungssysteme und Social Media für Mitgliederkommunikation.
Kernzahlen auf einen Blick
| Kennzahl | Wert / Schätzung |
|---|---|
| Anzahl Kleingärten | 1,0–1,1 Millionen (BdB 2024) |
| Anlagen / Vereine | 45.000–50.000 |
| Mitglieder / Pächter | 1,4–1,5 Millionen |
| Durchschnittliche Gartengröße | 250–400 m² |
| Gesamtfläche Kleingärten | 45.000 ha (~450 km²) |
| Anteil Selbstversorgung | ca. 20 % |
| Erholung / Freizeit | ca. 80 % |
Fazit
Kleingärten sind in Deutschland ein wichtiger Teil des urbanen Grüns, bieten Erholung, Freizeit, Gemeinschaft und Biodiversität.
- Trotz wachsender Städte und begrenzter Flächen bleibt die Nachfrage hoch.
- Sie leisten einen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Beitrag: von frischem Gemüse über naturnahe Lebensräume bis hin zur Gesundheitsförderung für ihre Nutzer.