Aussaatkalender Gemüsegarten Tabelle 2026 Wann säen, vorziehen & ernten

Aussaatkalender Gemüsegarten Tabelle 2026: Wann säen, vorziehen & ernten?

Ein eigener Gemüsegarten bietet die Möglichkeit, frisches Gemüse über viele Monate hinweg direkt aus dem eigenen Beet zu ernten. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch der richtige Zeitpunkt. Wer zu früh aussät, riskiert Frostschäden oder eine schlechte Keimung. Wer zu spät beginnt, verschenkt wertvolle Wachstumszeit.

Unser Aussaatkalender 2026 zeigt übersichtlich, wann Gemüse vorgezogen, direkt ins Freiland gesät und ungefähr geerntet werden kann. Die Angaben sind Richtwerte für Deutschland und Mitteleuropa. Je nach Region, Wetter, Sorte, Höhenlage und Anbaumethode können sich die Termine um einige Wochen verschieben.

Aussaatkalender Gemüsegarten 2026 als Tabelle

Gemüse Vorziehen Direktsaat Freiland Pflanzung ins Freiland Ernte ungefähr
Aubergine Feb.–März Mai Juli–Okt.
Blumenkohl Jan.–März März–Juni März–Juni Juni–Okt.
Bohnen, Buschbohnen Mai–Juli Juli–Sept.
Brokkoli Feb.–Mai März–Juni Apr.–Juli Juni–Okt.
Chinakohl Mai–Juli Juli–Aug. Sept.–Nov.
Erbsen Feb.–Apr. März–Mai Mai–Juli
Feldsalat Juli–Sept. Sept.–März
Fenchel März–Juni Mai–Juli Mai–Juli Juli–Okt.
Gurken Apr.–Mai Mai–Juni Mai–Juni Juli–Sept.
Karotten März–Juli Juni–Nov.
Kartoffeln Apr.–Mai Juni–Sept.
Kohlrabi Feb.–Aug. Apr.–Aug. März–Aug. Mai–Okt.
Kürbis Apr. Mai Mai Aug.–Okt.
Mangold Apr.–Juli Juni–Nov.
Möhren März–Juli Juni–Nov.
Paprika Feb.–März Mai–Juni Juli–Okt.
Pastinaken März–Mai Sept.–März
Petersilie März–Juli Juni–Nov.
Porree Jan.–Mai Apr.–Juni März–Juli Juni–Nov.
Radieschen März–Sept. Apr.–Okt.
Rettich März–Aug. Mai–Okt.
Rote Bete Apr.–Juli Juli–Nov.
Rosenkohl Feb.–Mai Mai–Juni Okt.–Feb.
Salat Feb.–Aug. März–Sept. März–Sept. Mai–Okt.
Sellerie Feb.–März Mai–Juni Sept.–Nov.
Spinat März–Mai, Aug.–Sept. Apr.–Mai, Sept.–Nov.
Tomaten Feb.–Apr. Mai Juli–Okt.
Weißkohl Feb.–Mai März–Mai Apr.–Juni Juni–Nov.
Wirsing Feb.–Mai Apr.–Juli Juni–Nov.
Zucchini Apr. Mai–Juni Mai Juli–Okt.
Zwiebeln Feb.–Apr. März–Apr. Apr. Juni–Sept.

Die Zeiträume sind bewusst als Orientierung angegeben. Aussaat- und Erntekalender unterscheiden sich teilweise bei einzelnen Sorten und Anbauformen. Beispielsweise können Radieschen, Salate und Spinat über mehrere Sätze hinweg angebaut werden. Dadurch lässt sich die Erntezeit deutlich verlängern.

Was bedeutet Vorziehen?

Beim Vorziehen werden die Samen zunächst nicht direkt ins Gartenbeet gesät. Stattdessen wachsen die jungen Pflanzen beispielsweise auf der Fensterbank, im Gewächshaus oder im beheizten Anzuchtbereich heran.

Das ist insbesondere bei wärmeliebendem Gemüse sinnvoll. Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Kürbis und Zucchini können durch eine Vorkultur einen deutlichen Wachstumsvorsprung erhalten.

Tomaten werden beispielsweise typischerweise ab März bis Mitte April vorgezogen und nach den letzten stärkeren Frösten ins Freiland gesetzt. Auch Paprika wird früh im Haus ausgesät. Zucchini kann dagegen deutlich später, etwa ab Mitte April, vorgezogen werden.

Vorteile des Vorziehens

  • längere Vegetationsperiode
  • früherer Erntebeginn
  • Schutz der Jungpflanzen vor Spätfrösten
  • bessere Bedingungen für wärmeliebende Arten
  • gezieltere Anzucht hochwertiger Pflanzen

Wichtig ist allerdings, Jungpflanzen vor dem endgültigen Auspflanzen langsam an die Bedingungen im Freien zu gewöhnen. Das sogenannte Abhärten reduziert den Pflanzschock.

Direktsaat im Freiland: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bei der Direktsaat werden die Samen direkt dort ausgesät, wo die Pflanzen später wachsen sollen. Das funktioniert besonders gut bei robusten und schnell keimenden Gemüsesorten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Radieschen
  • Möhren
  • Erbsen
  • Spinat
  • Mangold
  • Rote Bete
  • Bohnen
  • Salate
  • Rettich

Kältetolerante Gemüsearten können teilweise schon im zeitigen Frühjahr ausgesät werden. Erbsen, Spinat und Radieschen gehören zu den Gemüsearten, die vergleichsweise früh ins Beet können. Wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten und Gurken benötigen dagegen deutlich wärmere Bedingungen.

Aussaatkalender nach Monaten 2026

Januar

Im Januar findet die Aussaat hauptsächlich unter geschützten Bedingungen statt. Wer frühzeitig mit der Anzucht beginnen möchte, kann beispielsweise mit Sellerie, bestimmten Kohlsorten und langsam wachsenden Pflanzen beginnen.

Der Schwerpunkt liegt jedoch noch auf der Planung des Gartenjahres.

Geeignet für die frühe Anzucht:

  • Sellerie
  • frühe Kohlsorten
  • Porree
  • Aubergine gegen Monatsende beziehungsweise je nach Sorte

Februar

Im Februar nimmt die Anzucht deutlich Fahrt auf.

Jetzt können unter anderem folgende Gemüse vorgezogen werden:

  • Paprika
  • Aubergine
  • Tomaten gegen Ende des Monats beziehungsweise im März
  • frühe Kohlarten
  • Sellerie
  • Porree

Für die Aussaat im Freiland ist es in vielen Regionen Deutschlands noch zu kalt.

März

Der März ist einer der wichtigsten Aussaatmonate.

Je nach Witterung können bereits Radieschen, Möhren, Erbsen, Spinat, Petersilie und verschiedene Salate direkt ins Beet gesät werden.

Gleichzeitig beginnt die Anzucht von Tomaten, Paprika und weiteren wärmeliebenden Gemüsepflanzen. Der konkrete Termin hängt von Sorte und Standort ab.

April

Im April startet die Gartensaison richtig durch. Zahlreiche Gemüsearten können jetzt ausgesät oder gepflanzt werden.

Typische April-Arbeiten:

  • Möhren aussäen
  • Radieschen aussäen
  • Erbsen aussäen
  • Spinat aussäen
  • Mangold aussäen
  • Rote Bete aussäen
  • Kohlrabi pflanzen
  • Salat pflanzen
  • Kartoffeln setzen

Der NABU führt für den April ebenfalls zahlreiche Gemüsearten für Aussaat beziehungsweise Pflanzung auf, darunter Möhren, Erbsen, Radieschen, Rettich, Mangold, Spinat, Rote Bete und Zwiebeln.

Mai

Im Mai beginnt die Zeit für wärmeliebende Pflanzen.

Nach den letzten stärkeren Nachtfrösten können je nach Standort unter anderem Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Paprika und Bohnen ins Freiland.

Die sogenannten Eisheiligen Mitte Mai werden traditionell als wichtige Orientierung für frostempfindliche Pflanzen genutzt. Allerdings sollte nicht ausschließlich nach einem festen Kalenderdatum entschieden werden. Wettervorhersage und lokale Bedingungen sind wichtiger.

Juni

Auch im Juni ist die Aussaat noch lange nicht beendet. Wer regelmäßig nachsät, kann sich über eine kontinuierliche Ernte freuen.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Buschbohnen
  • Möhren
  • Rote Bete
  • Salate
  • Radieschen
  • Mangold
  • Gurken
  • Zucchini

Außerdem können frei gewordene Beete direkt wieder genutzt werden.

Juli und August: Zweite Gartensaison

Viele Hobbygärtner denken bei der Aussaat ausschließlich an das Frühjahr. Dabei bieten Juli und August wichtige Möglichkeiten für eine zweite Gemüseernte.

Nach der Ernte von Frühkartoffeln, Erbsen, Salaten oder frühen Möhren müssen Beete nicht leer bleiben. Schnell wachsende Gemüsearten können nachgesät werden.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Radieschen
  • Rettich
  • Feldsalat
  • Spinat
  • Pflücksalat
  • Mangold
  • Herbstsalate
  • Chinakohl

Auch im August können noch verschiedene Gemüsearten ausgesät werden. Besonders Blattgemüse und schnell wachsende Kulturen eignen sich für die zweite Saison.

September und Oktober: Herbst- und Wintergemüse

Im September verlagert sich der Schwerpunkt von wärmeliebendem Sommergemüse zu Herbst- und Winterkulturen.

Feldsalat, Spinat und bestimmte Asia-Salate können je nach Sorte noch ausgesät werden. Einige Gemüsearten können sogar über den Winter im Beet bleiben.

Besonders interessant sind:

  • Feldsalat
  • Winterspinat
  • Grünkohl
  • Rosenkohl
  • Winterporree
  • bestimmte Salate

Das Ziel besteht jetzt nicht mehr unbedingt darin, möglichst schnell große Pflanzen zu produzieren. Stattdessen stehen frostverträgliche Kulturen und eine verlängerte Erntesaison im Vordergrund.

November und Dezember: Ernten statt Aussäen

Im November und Dezember ist die klassische Aussaatperiode weitgehend vorbei. Trotzdem gibt es im Gemüsegarten noch einiges zu tun.

Je nach Region und Witterung können beispielsweise Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Lauch und verschiedene Wurzelgemüse geerntet werden.

Jetzt lohnt sich außerdem die Planung des kommenden Gartenjahres. Saatgut kann kontrolliert, Beete können geplant und Fruchtfolgen festgelegt werden.

Aussaatkalender: Was muss bei der Region beachtet werden?

Ein Aussaatkalender kann niemals für jeden Garten exakt dieselben Termine liefern. Deutschland verfügt über sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen.

Ein Garten am Oberrhein kann im Frühjahr deutlich früher erwärmt sein als ein Garten in einer höheren oder raueren Region. Auch Bodenart, geschützter Standort, Hochbeet, Gewächshaus und Folientunnel verändern die Bedingungen.

Deshalb sollten die Angaben aus einer Aussaat-Tabelle immer mit den Angaben auf der Saatgutpackung kombiniert werden.

Besonders wichtig sind:

  1. Bodentemperatur
  2. Frostgefahr
  3. Standort
  4. Sorte
  5. Sonneneinstrahlung
  6. Feuchtigkeit
  7. gewünschter Erntezeitpunkt

Aussaat staffeln: So verlängert sich die Ernte

Wer beispielsweise Radieschen nur einmal im März aussät, erhält eine relativ kurze Ernteperiode. Besser kann es sein, alle zwei bis drei Wochen kleine Mengen nachzusäen.

Das sogenannte Satz- oder Staffelanbauen funktioniert unter anderem bei:

  • Radieschen
  • Pflücksalat
  • Möhren
  • Spinat
  • Rote Bete
  • Erbsen
  • Buschbohnen

So entstehen nicht plötzlich große Mengen eines Gemüses, sondern über einen längeren Zeitraum regelmäßig erntereife Pflanzen.

Aussaat und Ernte richtig kombinieren

Ein besonders produktiver Gemüsegarten nutzt die Fläche möglichst mehrfach.

Ein Beispiel:

März: Radieschen und Spinat
Mai: Ernte von Radieschen und erste Nachsaat
Juni: Fläche wird frei
Juli: Buschbohnen oder Herbstsalat
September: Ernte und erneute Aussaat von Feldsalat
Herbst/Winter: Feldsalat ernten

Auf diese Weise kann aus einem einzigen Beet über das Jahr hinweg deutlich mehr Ertrag gewonnen werden.

Häufige Fehler beim Aussäen

Zu früh aussäen

Ein häufiger Fehler ist, sich ausschließlich am Kalender zu orientieren. Ein kalter März kann die Aussaat deutlich verzögern. Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen im Boden.

Zu dicht säen

Wer Samen zu eng ausbringt, muss später stark vereinzeln. Bei Möhren, Radieschen und Salaten sollte deshalb bereits bei der Aussaat auf einen passenden Abstand geachtet werden.

Saatgut zu tief ablegen

Die optimale Saattiefe hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Kleine Samen benötigen häufig nur eine sehr dünne Erdschicht, während größere Samen tiefer gelegt werden können.

Zu wenig Feuchtigkeit

Nach der Aussaat darf der Boden nicht austrocknen. Gleichzeitig sollte Staunässe vermieden werden.

Jungpflanzen zu spät abhärten

Vorgezogene Pflanzen aus der warmen Wohnung müssen sich erst an Sonne, Wind und kühlere Temperaturen gewöhnen. Ein schrittweises Abhärten ist deshalb sinnvoll.

Fazit: Aussaatkalender 2026 als praktische Orientierung

Der Aussaatkalender für den Gemüsegarten ist eine wichtige Planungshilfe für das gesamte Gartenjahr. Im Frühjahr stehen Aussaat und Anzucht im Mittelpunkt, im Sommer folgen zahlreiche Direktsaaten und Nachkulturen, während im Herbst robuste Gemüsearten für die späte Ernte angebaut werden.

Besonders wichtig ist, den Kalender nicht als starres Datumssystem zu verstehen. Wetter, Boden und regionale Bedingungen entscheiden letztlich darüber, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Wer zusätzlich auf gestaffelte Aussaat, passende Sorten und eine sinnvolle Fruchtfolge setzt, kann die Erntezeit deutlich verlängern und seine Beetfläche effizient nutzen.

Quellen und weiterführende Informationen