Ein abwechslungsreicher Garten muss nicht nur im Mai und Juni blühen. Mit der richtigen Auswahl an Stauden lässt sich die Blütezeit über viele Monate verlängern. Frühblüher sorgen bereits im Spätwinter und Frühjahr für erste Farbtupfer, Sommerstauden übernehmen anschließend und Herbstblüher schließen die Saison ab.
Der folgende Blühkalender für Stauden 2026 zeigt, welche beliebten Stauden und mehrjährigen Blumen ungefähr wann blühen, welchen Standort sie bevorzugen und wie sie sich zu einem möglichst lange blühenden Garten kombinieren lassen.
Die genannten Blütezeiten sind Richtwerte. Je nach Region, Witterung, Sorte, Boden und Standort können sie sich um mehrere Wochen verschieben. Auch die Fachliteratur weist darauf hin, dass Blühzeiten nicht als starre Kalenderdaten verstanden werden sollten.
Blühkalender Stauden 2026: Die große Tabelle
| Staude / Blume | Blütezeit | Standort | Blütenfarbe | Höhe ca. |
|---|---|---|---|---|
| Christrose | Jan.–März | Halbschatten | Weiß, Rosa | 15–40 cm |
| Lungenkraut | März–Mai | Schatten/Halbschatten | Rosa, Blau | 15–30 cm |
| Bergenie | März–Mai | Sonne/Halbschatten | Rosa, Rot | 25–40 cm |
| Küchenschelle | März–April | Sonne | Violett, Weiß | 15–30 cm |
| Blaukissen | März–Mai | Sonne | Blau, Violett, Rosa | 5–15 cm |
| Gänsekresse | März–Mai | Sonne | Weiß | 10–20 cm |
| Tränendes Herz | April–Juni | Halbschatten | Rosa, Weiß | 50–90 cm |
| Kaukasus-Vergissmeinnicht | April–Juni | Halbschatten | Blau | 30–50 cm |
| Akelei | Mai–Juli | Sonne/Halbschatten | Verschieden | 40–80 cm |
| Pfingstrose | Mai–Juni | Sonne | Weiß, Rosa, Rot | 60–100 cm |
| Storchschnabel | Mai–August | Sonne/Halbschatten | Rosa, Blau, Violett | 20–60 cm |
| Katzenminze | Mai–Juli | Sonne | Blauviolett | 30–60 cm |
| Steppen-Salbei | Mai–Juli | Sonne | Blauviolett | 30–60 cm |
| Frauenmantel | Mai–Juli | Sonne/Halbschatten | Gelbgrün | 20–50 cm |
| Rittersporn | Juni–August | Sonne | Blau, Weiß, Rosa | 80–180 cm |
| Lavendel | Juni–August | Sonne | Violett | 30–80 cm |
| Schafgarbe | Juni–September | Sonne | Weiß, Gelb, Rosa | 40–100 cm |
| Prachtkerze | Juni–Oktober | Sonne | Weiß, Rosa | 60–120 cm |
| Phlox | Juni–September | Sonne/Halbschatten | Rosa, Weiß, Violett | 50–120 cm |
| Taglilie | Juni–August | Sonne/Halbschatten | Gelb, Orange, Rot | 50–100 cm |
| Sonnenhut | Juli–September | Sonne | Rosa, Rot, Weiß | 60–120 cm |
| Mädchenauge | Juni–September | Sonne | Gelb | 30–80 cm |
| Fetthenne | August–Oktober | Sonne | Rosa, Rot, Weiß | 30–70 cm |
| Herbstanemone | Juli–Oktober | Halbschatten/Sonne | Rosa, Weiß | 60–120 cm |
| Herbstaster | September–November | Sonne | Blau, Rosa, Violett | 30–150 cm |
| Silberkerze | August–Oktober | Halbschatten | Weiß | 80–180 cm |
| Herbst-Chrysantheme | Sept.–Nov. | Sonne | Verschieden | 30–100 cm |
| Eisenkraut | Juli–Oktober | Sonne | Violett | 60–150 cm |
Die Tabelle ist als praktische Gartenplanung gedacht und fasst typische Blütezeiten zusammen. Für einzelne Sorten können die tatsächlichen Zeiträume deutlich abweichen. Eine Staudenübersicht von Hortipendium unterscheidet beispielsweise Frühjahrsblüher von März bis Mai, Sommerblüher von Juni bis August und Herbstblüher von September bis November.
Januar bis März: Erste Blüten im Garten
Im Januar ist die Auswahl blühender Stauden noch überschaubar. Eine wichtige Ausnahme bildet die Christrose. Je nach Sorte kann sie bereits ab Dezember oder im Januar erscheinen und bis März blühen.
Die Christrose bevorzugt einen eher halbschattigen Standort und eignet sich deshalb besonders gut für Bereiche unter Gehölzen oder am Rand von Staudenbeeten.
Auch Winter- und Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse können zu dieser Zeit Farbe in den Garten bringen, wobei es sich botanisch nicht bei allen um klassische Stauden handelt.
Der NDR nennt für Christrosen je nach Sorte eine Blütezeit von Dezember beziehungsweise Januar bis März.
Geeignete Pflanzen für den Jahresbeginn
- Christrose
- Bergenie
- Lungenkraut
- Leberblümchen
- Küchenschelle
- Krokus
- Schneeglöckchen
Damit beginnt die Blühsaison bereits deutlich vor dem eigentlichen Frühling.
März bis Mai: Der Frühling übernimmt
Ab März nimmt die Zahl der blühenden Pflanzen deutlich zu.
Bergenien gehören zu den robusten Stauden, die bereits im März blühen können. Auch Küchenschellen, Blaukissen, Lungenkraut und Leberblümchen setzen jetzt Akzente.
Blaukissen eignen sich besonders für sonnige Steingärten und niedrige Beetbereiche. Lungenkraut fühlt sich dagegen auch im Schatten und Halbschatten wohl.
Eine Übersicht des NDR nennt beispielsweise März bis April als typische Blütezeit der Küchenschelle und März bis Mai für Bergenie und Blaukissen.
April bis Juni: Das Staudenbeet wird voller
Im April und Mai beginnt die eigentliche Hauptsaison vieler Frühlingsstauden.
Jetzt können unter anderem folgende Pflanzen blühen:
- Tränendes Herz
- Kaukasus-Vergissmeinnicht
- Bergenie
- Akelei
- Pfingstrose
- Storchschnabel
- Frauenmantel
- Katzenminze
- Steppen-Salbei
Gerade die Kombination aus unterschiedlichen Höhen sorgt dafür, dass das Beet abwechslungsreich wirkt.
Niedrige Polsterstauden können im Vordergrund stehen, mittelhohe Stauden die Mitte des Beetes füllen und hohe Pflanzen wie Rittersporn weiter hinten wachsen.
Mai bis Juli: Übergang zum Sommer
Der Mai ist ein besonders wichtiger Monat für die Blühplanung. Viele Frühlingsstauden blühen noch, während bereits die ersten Sommerstauden übernehmen.
Zu den typischen Mai- und Frühsommerblühern gehören:
- Akelei
- Pfingstrose
- Storchschnabel
- Katzenminze
- Steppen-Salbei
- Frauenmantel
- frühe Phlox-Sorten
Eine gute Planung verhindert, dass nach dem Verblühen der Frühjahrsstauden plötzlich große Lücken entstehen.
Deshalb sollten Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten miteinander kombiniert werden.
Juni bis August: Hauptblütezeit im Garten
Im Juni und Juli erreicht ein Staudenbeet häufig seine größte Blütenfülle.
Jetzt blühen unter anderem:
- Lavendel
- Rittersporn
- Phlox
- Schafgarbe
- Taglilien
- Storchschnabel
- Katzenminze
- Steppen-Salbei
- Mädchenauge
- Prachtkerze
Der NDR nennt beispielsweise für die robuste Schafgarbe eine Blütezeit von Juni bis September. Die Prachtkerze kann sogar von Juni bis zum ersten Frost blühen.
Sommerstauden für sonnige Standorte
Wer ein sonniges Beet plant, kann besonders gut auf trockenheitsverträgliche Stauden setzen:
- Lavendel
- Katzenminze
- Steppen-Salbei
- Schafgarbe
- Sonnenhut
- Mädchenauge
- Fetthenne
Diese Pflanzen eignen sich häufig gut für warme, sonnige Gartenbereiche.
Juli bis September: Sonnenhut, Phlox und Schafgarbe
Im Hochsommer übernehmen robuste Dauerblüher die Hauptrolle.
Der Sonnenhut gehört zu den bekanntesten Sommerstauden. Je nach Sorte blüht er von Juli bis September.
Auch Schafgarbe, Mädchenauge und verschiedene Phlox-Arten sorgen für Farbe.
Ein Vorteil dieser Stauden besteht darin, dass sie nicht nur einzelne Farbakzente setzen, sondern sich hervorragend in größeren Gruppen pflanzen lassen.
August bis Oktober: Die Herbstblüher kommen
Ab August beginnt sich das Staudenbeet langsam zu verändern.
Während Sonnenhut und Schafgarbe noch blühen, öffnen sich zunehmend die Blüten von:
- Fetthenne
- Herbstanemone
- Herbstastern
- Silberkerze
- Eisenkraut
Die Herbstanemone ist besonders interessant für halbschattige Bereiche. Je nach Art und Standort kann sie von Juli bis Oktober blühen.
September bis November: Herbstastern verlängern die Gartensaison
Herbstastern gehören zu den wichtigsten spätblühenden Stauden.
Je nach Art und Sorte können Astern von Mai bis November blühen. Damit reicht das Spektrum von frühen Arten bis zu klassischen Herbstastern.
Besonders wertvoll sind sie deshalb für Beete, die auch im September und Oktober noch Farbe bieten sollen.
Weitere Herbstblüher sind:
- Fetthenne
- Herbstanemone
- Herbst-Chrysanthemen
- Silberkerze
- Eisenkraut
- verschiedene Astern
Welche Stauden blühen besonders lange?
Wer möglichst wenig Blühlücken haben möchte, sollte nicht nur auf einzelne Blühhöhepunkte achten. Besonders interessant sind Stauden mit langer Blütezeit.
| Staude | Mögliche lange Blütezeit |
|---|---|
| Storchschnabel | Mai–August bzw. sortenabhängig länger |
| Schafgarbe | Juni–September |
| Prachtkerze | Juni–Oktober bzw. bis zum Frost |
| Herbstanemone | Juli–Oktober |
| Sonnenhut | Juli–September |
| Fetthenne | August–Oktober |
| Herbstaster | September–November |
Die tatsächliche Dauer hängt stark von Art und Sorte ab. Einige Stauden können nach einem Rückschnitt zudem eine zweite Blüte entwickeln. Gartenstauden.de weist ausdrücklich darauf hin, dass bei vielen Stauden ein Rückschnitt nach der ersten Blüte eine Nachblüte fördern kann.
Blühkalender für ein sonniges Staudenbeet
Für einen sonnigen Standort könnte eine einfache Blühfolge beispielsweise so aussehen:
März bis Mai: Blaukissen und Küchenschelle
Mai bis Juli: Katzenminze und Steppen-Salbei
Juni bis September: Schafgarbe, Mädchenauge und Sonnenhut
August bis Oktober: Fetthenne
September bis November: Herbstaster
Damit lässt sich ein Beet gestalten, in dem sich die Blühphasen weitgehend überschneiden.
Besonders wichtig ist die Überschneidung: Wenn eine Staude verblüht, sollte idealerweise bereits die nächste Blütengruppe ihre Knospen öffnen.
Blühkalender für Halbschatten und Schatten
Nicht jeder Garten verfügt über sonnige Flächen. Auch im Halbschatten lässt sich eine interessante Blühfolge gestalten.
Geeignet sind beispielsweise:
- Christrose
- Lungenkraut
- Bergenie
- Kaukasus-Vergissmeinnicht
- Tränendes Herz
- Akelei
- Storchschnabel
- Herbstanemone
- Silberkerze
Dabei muss zwischen Halbschatten und tiefem Schatten unterschieden werden. Nicht jede Staude verträgt einen vollständig dunklen Standort.
Stauden für Bienen und andere Insekten
Ein Blühkalender kann nicht nur die Optik des Gartens verbessern. Eine möglichst lange Blütezeit kann auch für Insekten interessant sein.
Das Netzwerk Blühende Landschaft führt zahlreiche Stauden mit Angaben zu Blütezeit, Standort sowie ihrer Bedeutung als Nektar- und Pollenquelle auf. Dazu gehören unter anderem Astern, Christrosen, Bergminze, Blutweiderich und verschiedene weitere Stauden.
Besonders sinnvoll ist deshalb eine Kombination aus früh-, mittel- und spätblühenden Pflanzen.
So stehen über einen längeren Zeitraum hinweg Blüten als Nahrungsquelle zur Verfügung.
So plant man ein Staudenbeet mit langer Blütezeit
Eine einfache Planung besteht aus fünf Blühphasen:
1. Winter und Vorfrühling
Christrose und Bergenie sorgen für die ersten Blüten.
2. Frühling
Blaukissen, Küchenschelle, Lungenkraut und andere Frühjahrsstauden übernehmen.
3. Frühsommer
Akelei, Pfingstrose, Storchschnabel, Katzenminze und Salbei bringen Farbe ins Beet.
4. Hochsommer
Sonnenhut, Schafgarbe, Phlox und Taglilien sorgen für die Hauptblüte.
5. Herbst
Fetthenne, Herbstanemonen und Astern schließen die Saison ab.
Ein solches Konzept ist wirkungsvoller als ein Beet, in dem zehn verschiedene Stauden zufällig nebeneinander stehen und alle ungefähr zur gleichen Zeit blühen.
Blühpausen vermeiden
Eine häufige Herausforderung besteht darin, dass ein Beet im Frühjahr spektakulär blüht und anschließend mehrere Wochen fast ausschließlich aus grünen Blättern besteht.
Das lässt sich vermeiden, indem man Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten kombiniert.
Beispiel:
Pfingstrose → Katzenminze → Sonnenhut → Fetthenne → Herbstaster
Die einzelnen Blütezeiten überschneiden sich teilweise und sorgen dadurch für einen kontinuierlichen Übergang.
Auch ein aktueller Beitrag des NDR empfiehlt, Stauden so auszuwählen, dass über das Jahr hinweg verschiedene Pflanzen die Blütenfolge übernehmen.
Verblühte Stauden zurückschneiden?
Ein Rückschnitt kann bei bestimmten Stauden sinnvoll sein. Verblühte Blütenstände werden entfernt, damit die Pflanze ihre Energie nicht ausschließlich in die Samenbildung steckt.
Bei manchen Stauden kann dadurch eine zweite Blüte angeregt werden.
Allerdings sollten nicht alle Pflanzen unmittelbar nach der Blüte vollständig zurückgeschnitten werden. Samenstände können im Herbst und Winter dekorativ sein und Vögeln Nahrung bieten.
Auch für die ökologische Gartenpflege lohnt es sich deshalb, einige trockene Blütenstände über den Winter stehen zu lassen.
Stauden-Blühkalender 2026 als Jahresübersicht
| Monat | Typische blühende Stauden |
|---|---|
| Januar | Christrose |
| Februar | Christrose, Bergenie, Leberblümchen |
| März | Bergenie, Lungenkraut, Küchenschelle, Blaukissen |
| April | Blaukissen, Lungenkraut, Bergenie, Tränendes Herz |
| Mai | Akelei, Pfingstrose, Storchschnabel, Katzenminze |
| Juni | Pfingstrose, Salbei, Lavendel, Rittersporn, Schafgarbe |
| Juli | Lavendel, Phlox, Sonnenhut, Schafgarbe, Taglilie |
| August | Sonnenhut, Schafgarbe, Fetthenne, Herbstanemone |
| September | Fetthenne, Herbstanemone, Herbstaster |
| Oktober | Herbstanemone, Fetthenne, Herbstaster, Silberkerze |
| November | Herbstaster, späte Chrysanthemen |
| Dezember | Christrose bei früher Blüte |
Die Monatsübersicht zeigt vor allem die typische Blühfolge. Regionale Unterschiede und Sortenunterschiede können dazu führen, dass einzelne Pflanzen früher oder später blühen.
Fazit: Mit dem richtigen Blühkalender blüht der Garten länger
Ein abwechslungsreicher Garten entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Pflanzen gleichzeitig blühen. Entscheidend ist vielmehr eine gut geplante Blühfolge.
Der Stauden-Blühkalender 2026 zeigt, wie sich Frühjahrsblüher, Sommerstauden und Herbstblüher miteinander kombinieren lassen. Christrose und Bergenie eröffnen die Saison, Akelei, Pfingstrose und Storchschnabel übernehmen im Frühjahr, während Sonnenhut, Schafgarbe und Phlox den Sommer prägen. Mit Fetthenne, Herbstanemone und Herbstaster lässt sich die Blüte schließlich bis weit in den Herbst verlängern.
Wer zusätzlich unterschiedliche Wuchshöhen, Blütenfarben und Standortansprüche berücksichtigt, kann ein Staudenbeet gestalten, das von Frühjahr bis Herbst immer wieder neue Blüten hervorbringt.
Quellen und weiterführende Informationen
- NDR: Mit prächtigen Stauden durch das Gartenjahr – Aktuelle Übersicht zu Blütezeiten verschiedener Stauden.
- Hortipendium: Stauden im Hausgarten – Sortierung von Stauden nach Blütezeit und Blütenfarbe.
- Gartenstauden.de: Blütezeit der Stauden – Hinweise zur Planung von Blühfolgen und Nachblüte.
- Netzwerk Blühende Landschaft: Liste blühender Stauden – Blütezeiten, Standorte sowie Informationen zu Nektar- und Pollenangebot.
- ANUAL e.V.: Blühkalender für Stauden – Übersicht für blühende Stauden von Februar bis Oktober.
