Hecken pflanzen - Teil 1: Nützliches Wissen

vom 24. Nov. 2011
Über Pflanzenarten, Größen und Qualitäten informiert Baumschulprofi Jörn Andresen
weiter im Programm ...

weiterempfehlen:

TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Baumschule Andresen in Bargteheide, nordöstlich von Hamburg
Länge:
12 Min.
Filmkatalog:Praxis
Moderator:
Marc Albano

Der späte Herbst ist kalt und nass. Unseren Film haben wir bei feuchtem Ostwind gedreht. Und doch ist das genau eine der besten Zeiten für Gartenarbeiten!

Pflanzzeit Herbst!

Zwei Aspekte sind entscheidend bei der Überlegung, wann man am besten neue Pflanzen in den Garten setzt: die Bodenwärme und die Bodenfeuchtigkeit.

a. Die Bodenwärme

Im Herbst ist der Boden noch ziemlich warm. Denn die Wärme des Sommers steckt noch tief im Erdreich und kühlt nur langsam zum Winter hin ab. Da kann auch obenrum die Luft und der Wind schon für uns eisig wirken - im Boden ist es noch angenehm für die Gartenpflanzen.

Vor allem neue Pflanzen brauchen die Wärme, um Lust auf das Anwurzeln zu bekommen. Denn Anwurzeln ist Streß und Arbeit - und wer könnte sich dazu in eiskalter Umgebung schon motivieren.

Im Frühjahr dagegen ist der Boden genau das: eiskalt. Da steckt der Winter noch tief in den Erdschichten. Eine Frühjahrspflanzung ist für die Pflanzen also gar nicht willkommen. Sie würden nur schlecht und langsam anwurzeln.

Deshalb müssen wir uns entscheiden, ob es um das Wohl der Pflanze oder um das Wohl des Gärtners gehen soll. Denn zugegeben, Gartenarbeit bei Novemberwetter macht einfach viel weniger Spaß als im ersten Sonnenschein von März und April. Kein Wunder also, daß immer weniger Gärtner ihre Arbeiten in den Herbst legen.

Aber genau umgekehrt wünschen es eben die Pflanzen. Da gilt es abzuwägen ...

b. Die Feuchtigkeit

Das erfolgreiche Anwachsen hängt auch stark von einer gleichmäßigen Versorgung mit Feuchtigkeit im Boden ab. Das ist zum Winter hin in der Regel kein Problem. Es regnet viel und die Luft ist kühl. Da bleibt der Boden dauerfeucht - genau das Richtige für neue Wurzelbildung.

In trockenem Boden aber wachsen keine neuen Wurzeln. Schlimmer noch, wenn es wirklich mal ganz austrocknet, sterben auch die schon gebildeten, jungen Feinwurzeln schnell wieder ab. Dann kommt der Pflanzentod unter Umständen sehr schnell.

Dieses Risiko ist im Frühjahr und beginnenden Sommer natürlich deutlich größer. Es gibt erste Trockenperioden auch schon im zeitigen Frühling, und dann klingt die Regenintensität zum Mai hin bekanntlich stark ab. Dazu wird auch die Luft wärmer und sorgt für schnelleres Austrocknen des Bodens.

Im Frühling also gilt es, mit größter Vorsicht und ständiger Aufmerksamkeit die Bodenfeuchtigkeit mittels Schlauch und Kanne sicherzustellen - mühsam! Das können eigentlich nur Gärtner, die wirklich dauernd vor Ort sind und genau hinschauen ... nicht jedermanns Sache.

Auch deshalb also geht man mit einer Herbstpflanzung deutlich sicherer. Es lohnt sich daher unbedingt, den alten Wahlspruch der Gärtnerszunft zu beherzigen: Herbstzeit ist Pflanzzeit!

Die Pflanzenqualitäten / -größen

Über die Optionen, die Sie bei der Wahl von Heckenpflanzen haben, entscheiden Jahreszeit, Geldbeutel und das Angebot Ihrer Baumschule.

Baumschule muß sein. Den Kauf von Heckenpflanzen wird man nur in seltenen Fällen im Baumarkt oder Gartencenter tätigen. Hier ist nur eine sehr geringe Auswahl an Pflanzenarten, Größen und Qualitäten zu bekommen. Da lohnt es viel mehr, eine Baumschule zu besuchen oder von einer solchen im Internet zu bestellen.

a. Containerware

Diese Pflanzen sind im "Container" gezogen, man würde als Laie auch sagen im "Topf". Container sollte man einfach in wörtlicher Übersetzung aus dem Englischen als "Behältnis" verstehen. Das wäre also das Gegenteil von frei wurzelnd. Ob kleiner Pflastiktopf oder großer Kunststoffkübel, alles sind einfach Container, und die zugehörigen Pflanzen sind Containerware.

Diese Pflanzen haben einen stabilen, durchwurzelten Wurzelballen. Dann sind sie von guter Qualität. Freilich wird im Kommerztreiben des Gartenbaus auch häufig geschummelt. Dann sind die Container noch gar nicht richtig durchwurzelt und werden doch schon verkauft. Das bringt früher und einfacher Geld.

Daher kauft der routinierte Gartenprofi stets nach einem prüfenden Blick auf den offengelegten Wurzelballen. Man zieht einfach den Container ein Stück herab und sieht nach, wie gut der Ballen durchwurzelt ist. Wenn die Erde teilweise noch lose ist und gar herabfällt, ist die Qualität der Ware unzureichend.

Heckenpflanzen mit durchwurzeltem Ballen kann man das ganze Jahr über pflanzen. Ausgenommen sind natürlich Frostperioden mit hartgefrorenem Boden. Den Pflanzen bereitet die Pflanzung wenig Streß, weil sie untenrum alles mit sich tragen, was sie für den Anfang brauchen: Wurzeln, Feinwurzeln, ein gewisses Feuchtigkeits- und Nahrungsreservoir.

Freilich darf dieses nicht zu allzu viel Sorglosigkeit des Gärtners verleiten. Auch Containerpflanzen brauchen einen gut vorbereiteten Pflanzstandort mit tief gelockertem und aufgebessertem Boden. Und vor allen Dingen brauchen sie auch gewissenhafte Bewässerung in den Monaten nach der Pflanzung. Umso mehr, wenn diese im Frühjahr oder Sommer liegen.

Denn es gilt, daß ein neu gepflanzter Wurzelballen viel schneller austrocknet als das Erdreich drumherum! Durch die dichte Durchwurzelung wird im Ballen die Feuchtigkeit sehr schnell von der durstigen Pflanze entzogen. Und noch hat das kompakte Wurzelsystem nicht genug Zugang zum umgebenden, feuchteren Erdreich, um sich hier ausreichend zu versorgen.

Deshalb muß neu gepflanzte Containerware deutlich sorgfältiger gewässert werden als etwa schon eingewachsenes Strauchwerk.

b. Ballenware

Ob man seine Hecke als Containerware oder Ballenware kauft, entscheidet in der Regel nicht der Gärtner, sondern das Angebot. Einige Baumschulen bieten einfach dieses an, andere jenes. Für den Gärtner kann es einigermaßen gleichgültig sein. Beide Qualitäten wachsen recht verläßlich an.

Jedoch wird man Ballenware ausschließlich zur sogenannten Pflanzzeit bekommen, also ab Herbst bis zum zeitigen Frühjahr. In der warmen Jahreshälfte würde ein Ballen, der ja nur von Tuch umhüllt ist, viel zu schnell austrocknen.

Ballenware ist eine Verkaufsqualität, die man vor allem dann findet, wenn das Pflanzenmaterial schon größer ist und sich deshalb eine wurzelnackte Pflanzung nicht mehr als verläßlich anbietet. Je größer die Heckenpflanze, desto unflexibler reagiert sie auf Standortwechsel und Pflanzstreß. Daher muß ihr eine gewisse aktive Wurzelmasse auf die Reise mitgegeben werden - im Ballen.

Achtung, der Ballen ist nicht fest durchwurzelt! Daher sollte man ihn mit Vorsicht behandeln, am besten nicht umherwerfen. Auch sollte man nicht den Fehler machen, die Pflanze vor dem Einpflanzen in ein Wasserbad zu tauchen (wie man es bei Containerware oder Wurzelware tun würde). Denn man riskiert, daß dann beim Herausheben aus dem Bad der Ballen einfach zerfließt und man mit einer nackten Wurzel dasteht.

Man setzt vielmehr die Heckenpflanze mit Ballen und Ballentuch komplett in das Pflanzloch bzw. den Pflanzgraben. Dann richtet man die Position exakt aus. Erst ganz am Ende, wenn die gesamte Hecke steht und nicht mehr bewegt werden muß, geht man nochmal an den Ballen heran und öffnet - sofern nötig - den oben liegenden Knoten des Ballentuchs. Man zieht das Tuch vorsichtig etwas zu den Seiten herunter und läßt es dann einfach im Pflanzloch liegen.

Dieses Aufknoten ist auch nur dann nötig, wenn das Ballentuch aus Kunstfasergewebe besteht. Das verrottet nämlich nur langsam und könnte dem Wurzelwachstum in den ersten 2-3 Jahren hinderlich sein. Man erkennt das synthetische Gewebe an der eher dunklen Farbe ("Konitex-Tuch").

Gewebe in typischer, hellbrauner Jutefarbe ist eben aus Jute und würde im Pflanzloch schon nach wenigen Monaten ganz verrottet sein. Daher braucht man dieses überhaupt nicht aufzuknoten. Man schüttet einfach Erde um den Ballen und schließt das Pflanzloch.

c. Wurzelware

Wurzelnackte Heckenpflanzen sind in der Regel am preisgünstigsten einzukaufen. Man bekommt vor allem die Klassiker von Hainbuche, Rotbuche, Liguster und Berberitze als Wurzelware - sofern man eine relativ kleine Pflanzgröße wählt. Größere Pflanzen, sowie etwa die meisten Koniferen (Scheinzypresse, Thuja, Eibe) wird man eher selten als Wurzelware finden.

Erhältlich und pflanzbar sind wurzelnackte Pflanzen nur im Herbst und dem weiteren Winterhalbjahr, also der Wachstumsruhezeit ohne grünes Blattwerk. Ein grüne Pflanze mit offenen Wurzeln könnte nur wenige Minuten lang überleben.

Aber auch ohne Blätter und Wachstum ist die Pflanze mit offenliegenden Wurzeln sehr empfindlich. Daher gilt, dem Wurzelwerk die Zeit außerhalb der Erde zu kurz wie möglich zu gestalten.

Dazu stimmt man sich schon bei der Bestellung in der Baumschule so terminlich ab, daß man die Pflanzen möglichst unmittelbar nach Eintreffen im Verkauf abholen kann. Anschließend sollten sie auch möglichst umgehend im Garten eingepflanzt werden.

Wenn eine Zwischenlagerung unvermeidbar ist, dann werden die Pflanzen kühl, windgeschützt und feucht gelagert. Am besten in einem Schuppen und mit einem übergeworfenen, angefeuchteten Teppichrest oder Tuch. Aber auch das nur nach Möglichkeit für 1-2 Tage, maximal eine Woche.

Eine längere Zwischenlagerung wäre mithilfe des sogenannten Einschlagens möglich. Dazu legt man die Pflanzen reihenweise nebeneinander in einen eigens ausgehobenen kleinen Graben und bedeckt ihre Wurzeln anschließend mit Erde. So können sie dann auch längere Zeit liegen.

Mehr zum Umgang mit wurzelnackter Ware: siehe Filmteil 2 mit Begleittext.

Die genannten Heckenarten

Im Film werden einige Klassiker genannt.

Rotbuche und Hainbuche

Beide sind im Laub und dem sommerlichen Erscheinungsbild sehr ähnlich. Die Rotbuche ist im Einkauf meist etwas teurer.

Das rechtfertigt die Buche dann vor allem im Herbst und Winter. Denn ihr trockenes Laub ist nicht nur von einem wunderbar intensiven, warmen, kräftigen Braun, auch haftet dieses praktisch den ganzen Winter hindurch an der Pflanze.

Damit bietet die Buche nicht nur ganzjährig durchgehenden Sichtschutz, auch ist ihre Winterfarbe eine großartige Bereicherung für den ansonsten trüben Garten. Wenn die Wintersonne auf das braune Laub scheint, kann es zusammen mit dem Weiß des Schnees und dem Dunkelgrün etwa von Eiben oder Buchsbaum ganz prächtige Bilder ergeben.

Das bietet die Hainbuche weitaus weniger wirkungsvoll. Ihr trockenes Laub wird gräulich braun und damit nicht halb so attraktiv im Winter. Auch verliert sie dieses Winterlaub recht bald und steht dann kahl da. (Was man auch mögen kann - ihr dichtes Zweigwerk ist immer noch eine kompakte Erscheinung).

Die Hainbuche aber ist eine der erfolgreichsten Heckenpflanzen, weil sie sich extrem gut schneiden läßt. Im Gegensatz zur Buche fühlt sie sich auch auf eher leichten Böden wohl. Für die Buche sollte es dagegen vorzugsweise ein schwerer und dichter Boden sein.

Liguster

Grüne Blätter im Winter - das ist die Botschaft, mit der der Liguster für sich wirbt. Die Pflanze ist nicht immergrün, aber wintergrün. Das heißt, sie trägt ihr grünes Laub mehrheitlich durch den Winter, nicht vollständig.

Aber das Argument der Farbe ist zugkräftig. Denn es ist zudem ein freundliches, heiteres Grün, nicht so steif und dunkel wie bei den eigentlich immergrünen Hecken von Eibe und Ilex. Auch sind die Blätter klein und fein, nicht grob und groß wie beim immergrünen Kirschlorbeer.

Klein und fein läßt sich der Liguster auch schneiden. Diese Hecke kann man ganz niedrig auf etwa einem Meter Höhe halten. Oder bis doppelt so hoch. Dabei wächst sie sehr dicht und mit klar definierter, glatter Kontur.

Andere ästhetische Reize - etwa von Blüte, Frucht oder Winterlaub - gibt es jedoch nicht. Der Liguster ist damit etwas 0815 in seiner Erscheinung, ein verläßlicher, durchschnittlicher Gartenarbeiter eben.

I have perused your online

I have perused your online journal it is exceptionally useful for me. I need to express profound gratitude to you. I have bookmark your site for future redesigns. 
http://cinema-vista.com/

I wish more authors of this

I wish more authors of this type of content would take the time you did to research and write so well. I am very impressed with your vision and insight. Dr. Jenn vampire facial

Thanks for sharing this

Thanks for sharing this information. I really like your blog post very much. You have really shared a informative and interesting blog post with people.. bail bonds now

Superb examining .Thanks for

Superb examining .Thanks for sharing. It's late finding this show up. montreal car transport

I think this is engaging and

I think this is engaging and eye-opening material. download games

Thanks for the nice blog. It

Thanks for the nice blog. It was very useful for me. I'm happy I found this blog. Thank you for sharing with us,I too always learn something new from your post.
epf balance

Hello! I think I shall find

Hello! I think I shall find here a lot of interesting and useful for yourself! It's so good when someone shares his experience.
Early years is an app for Android that allows you access to the largest catalog of movies and TV series on the network and is considered as one of the best apps that you can install on your terminal. Early years, unfortunately, is not available on the Google Play Store or market app and if you want to install, you must download and install it manually. ShowBox

Excelent Blog Download xender

Excelent Blog
Download xender for pc
share FILES ,PICTURES PC To any Android

Great analysis done by the

Great analysis done by the author. An absolute treat for the plant lovers. Please also check out my page: Theappsmiths Reviews.

Play free online Flash
i really appreciate with your

i really appreciate with your blog.Thanks for sharing.New iPhone Release

New iPhone 8 Thank you for the article.

192.168.1.1 192.168.1.1 192.1
Hervorragende Videos,

Hervorragende Videos, interessant und informativ, fachlich fundiert und sympathisch aufbereitet. Großes Lob!!

Bin gerade wieder auf ihren

Bin gerade wieder auf ihren Seiten unterwegs,gefällt mir sehr gut,ich muß weiter auf den Seiten schauen.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.