Gestalten mit Beetrandstauden - Teil 2

vom 03. Aug. 2010
Mehr kreative Beetkanten mit Stauden-Profi Erich Luer in seinem "Garten der Horizonte"
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TEXT UND INFO ZUM FILM

Drehort:
Schaugarten „Garten der Horizonte“ in Heidgraben, Schleswig-Holstein
Länge:
6 Min.
Filmkatalog:Ideen
Moderator:
Marc Albano

Die porträtierten Pflanzen

1. Geranium renardii

Einer der kompaktesten Storchschnäbel mit schönem Laub. Auch die Blüte ist hübsch, wenn auch zurückhaltend in weißlichem Ton.

Weil ihr Laub so dicht und horstig wächst, ist diese Staude besonders gut in Linienform am Beetrand zu pflanzen. Damit bringt man Struktur in den Garten - den Wuchs-Charakter solcher Pflanzen nennt man dann "architektonisch". (Ähnlich wie z.B. der Buchsbaum).

Man kann auch gut Terrassen damit säumen. Überall, wo das Gartenbild einige präzise Linien gebrauchen kann, kann dieses Geranium eingesetzt werden.

Wenn das Laub im Frühsommer oder Sommer etwas fleckig werden sollte, kann man es gut einmal vollständig herunterschneiden und so einen Neuaustrieb hervorrufen, der dann wieder prächtig bis in den Winter und fast durch diesen hindurch reicht!

2. Origanum vulgare 'Compactum'

Eine Bienenweide und bekannte Duftpflanze. Nur in der Form 'Compactum' ist sie aber auch wirklich dicht, niedrig und kompakt. Daher warnt Herr Luer, daß man die Blüten nie bis zur Samenreife kommen lassen sollte (vorher abschneiden!), sonst erhält man Sämlinge ohne diesen sortenechten, kompakten Wuchs.

Die Blüte in zartem Rosarot hat einen duftigen und zurückhaltenden Charakter und paßt besonders gut zu mediterranen Stauden, zum Beispiel zusolchen mit silbrigem Laub.

3. Stachys byzantina 'Big Ears'

Das Eselsohr ist lustig mit seinen ganz weichen, behaarten Blättern. Es sieht immer ein bißchen unordentlich aus, wenn es in Blüte geht. Wer will, kann aber Sorten kaufen, die kaum blühen (z.B. 'Silver Carpet'). Dann hat man gleichmäßige, silberne Blatteppiche - sehr hübsch.

Der natürlichere Charakter mit den Blüten paßt aber sehr gut in alle mediterran wirkenden Pflanzengruppen. Besonders auch zu jeder Art von Naturstein, im Beet oder an der Terrasse. Das markant graue Laub setzt den wichtigen Akzent in allen "grauen Beeten" - also zusammen mit Lavendel, grauem Blatt-Salbei, Steinkraut, Perlkörbchen, Yucca usw.

Der richtige Standort ist also in voller, heißer Sonne und umgeben von sonnenheißen Steinen und Steinplatten. Wenig düngen, wenig gießen, keine fetten Böden. Dann ist das Eselsohr auch langlebig im Garten.

4. Sedum 'Karfunkelstein'

Um richtig rot zu werden, brauchen die Blätter der Fetthenne viel heiße Sonne und trockenen Boden. Das auffallend kräftige Rot der Sorte 'Karfunkelstein' macht diese so wertvoll. Hinzu kommt der relativ niedrige und kompakte Wuchs - genial!

Die Blüte dieser hohen Fetthenne (es gibt auch Polsterarten) kommt spät, ab August und September. Aber dank des farbigen Blattes ist sie schon von April an eine echte Bereicherung aller nur denkbaren Beete. Am besten vielleicht mit graulaubigen Stauden, Gräsern und Natursteinen in einem Vollsonnenbeet, Trog oder Steingarten.

Ansonsten sind diese Fetthennen absolut einfache Gartenpflanzen, die sich auch sehr leicht vermehren (schon einzelne, abgefallene Blätter können zu wurzeln beginnen). Für nahrstoffreichen Boden sind sie dankbar.

Die Sorte 'Matrona' ist zwar deutlich verbreiteter (weil älter als Züchtung), aber nicht halb so aufregend in ihrer Blattfärbung.

5. Calamintha nepeta ssp. nepeta

Die Bergminze blüht blauweißlich und paßt damit als Beetvordergrund praktisch zu allen anderen Stauden. Auch die winzige, zarte Blütenstruktur ist da ein wirksamer Kontrast zu den ausdrucksstärkeren Blütenformen vieler Beetstauden. Paßt gut auch zu Rosen.

Bergminze werden übrigens auch die Stauden der Art Agastache genannt (siehe unsere Filme dazu). Daher ist Steinquendel hier ein eindeutigerer Name.

Der Steinquendel ist eine Gewürzpflanze mit Minzearoma im Blatt. Die Blüte ist langdauernd von August bis September (und länger). Die Winterhärte ist ganz ausreichend.

Der richtige Standort ist ein sonnenheißes Beet mit lockerem, nährstoffarmem Boden.